Dortmund. Am Freitag, dem 12. Januar 2018, ist Klaus Scheller im Alter von 73 Jahren verstorben. Mit seiner ihm eigenen Art, singend das Evangelium zu verkündigen, hat er weit über Gemeinde- und Bezirksgrenzen hinaus Zeichen gesetzt. Auch als Mitinitiator der generationsübergreifenden Treffen (GüT) ist er in vielen Gemeinden bekannt.
Diese Initiative hatte er 2010 zusammen mit seiner Frau Helma ins Leben gerufen.
Sein soziales Engagement für schutzlose und schutzbedürftige Menschen haben ihn Zeit seines Lebens umtrieben. Christliche Grundwerte waren stets sein Lebenscredo.
Liedermacher
Klaus Scheller, mit verschmitzten Augen und hellwachem Geist, immer ohne Krawatte und mit starker innerer Haltung, burschikos und doch feinfühlend, hatte schon in jungen Lebensjahren mit seiner sonoren Stimme seinen Zuhörern ins Gewissen gesungen. Seine Gitarre, quasi sein Markenzeichen, hat ihn dabei immer klangvoll unterstützt.
„Angefangen habe ich als politischer Liedermacher mit Arbeiter- und Gesellenliedern aus alter Zeit, angereichert mit Eigenproduktionen zu aktuellen Problemen wie Umweltzerstörung, Ausländerfeindlichkeit und sozialen Ungerechtigkeiten“, so schrieb er einmal in einem Rückblick.
Christliche Lieder - mal anders
„Heute sehe ich mich als christlicher Liedermacher, weil ich Menschen, die meine Musik mögen, an christliches Gedankengut und Botschaften heranführen möchte“ setzte er seine Betrachtungen fort. Und Bezirksältester Stefan Pöschel, der Dortmunder Bezirksvorsteher, schrieb in seiner Mitteilung über den Tod von Klaus Scheller an die Vorsteher der Dortmunder Gemeinden: „… erinnern wir uns daran, dass er als zeitgenössischer Liedermacher mit Freude und Überzeugung seinen christlichen Glauben besang.“
Klaus Scheller, selbst aktiver Basssänger im Kirchenchor seiner Heimatgemeinde Kirchhörde, wusste, dass nicht jeder ein „Fan von klassischer und überlieferter kirchlicher Musik“ ist, wie er es nannte. Das war seiner Auffassung nach auch nicht unbedingt für die Hinwendung zum christlichen Glauben zwingend. Er bezeichnete die Musik für seine Lieder vorwiegend dem traditionellen Folkstil angenähert.
Unzählige Auftritte
Seit seiner Pensionierung als Studienrat an einer Dortmunder berufsbildenden Schule vor gut zehn Jahren gab er sich seiner Leidenschaft als christlicher Liedermacher mehr und mehr hin. Höhepunkte seiner Konzerttätigkeiten waren das Mitwirken im Rahmen der Kulturhauptstadt RUHR 2010 in einer ganzen Reihe von Städten im Ruhrgebiet. Nicht unerwähnt bleiben soll sein Auftritt in der Justizvollzugsanstalt in Fröndenberg. Auch zum Kirchentag der Neuapostolischen Kirche in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2013 hatte er in der Dortmunder Westfalenhalle seinen Auftritt.
Begleitet wurde er meistens von Melanie Gropp, einer Sopranistin, die er als junge Kollegin während seiner beruflichen Tätigkeit kennengelernt hatte, dann und wann von einer zweiten Gitarre, einer Bassgitarre oder auch von Orgelmusik.
Sein Motiv: Gutes Tun
Seine Konzerte galten stets dem Benefizgedanken. So sammelte er Spenden ein für die Dortmunder Tafel, für die KANA Suppenküche, für die Kinderhospiz-Bewegung, für die innerkirchliche Gruppe der Handicapped, für Hilfsprojekte in Sambia via NAK-karitativ und viele andere. Seine jüngsten Benefizaktivitäten galten der Dortmunder Initiative "Gast-Haus statt Bank", einer ökumenischen Einrichtung für wohnungslose Mitmenschen in Dortmund.
Für diese Initiative, die ausschließlich von Spenden lebt, brannte sein Herz. Auftritte in den Räumlichkeiten der Obdachloseninitiative zählten ebenso zu seinem Engagement wie die Organisation von Sachspenden in seiner Heimatgemeinde Kirchhörde. Die demnächst geplante Übergabe der aktuell gesammelten Artikel kann er nun nicht mehr mit seiner Musik begleiten.
Trauerfeier
In einem seiner Lieder sang Klaus Scheller: „Und kommt die Zeit nach meiner Zeit, bin ich am Ziel. Nichts tut mir Leid. Drauf hoffe und vertrau ich gern.“
Die Trauerfeier für Klaus Scheller findet am Freitag, den 26. Januar 2018, um 18.00 Uhr in der Neuapostolischen Kirche Dortmund-Kirchhörde, Kirchhörder Straße 217, statt. In der Traueranzeige ist zu lesen: Anstelle freundlich zugedachter Blumen bitten wir um eine Spende zugunsten der Obdachloseninitiative Gast-Haus e. V., IBAN: DE90 4405 0199 0021 0292 70, Stichwort: „Klaus Scheller“
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