Dortmund-Aplerbeck. Apostel Thorsten Zisowski feierte am Mittwoch, 23. September 2020, in der Gemeinde Aplerbeck mit der anwesenden und der über Medien angeschlossenen Gemeinde einen Gottesdienst zum Thema Frieden.
Es sei bereits eine schöne Tradition, den „Internationalen Gebetstag für den Frieden“ zu begehen. Der Ökumenische Rat der Kirchen und die Vereinten Nationen haben diesen Tag für den 21. September festgelegt.
Frieden suchen – einen Lebensaufgabe
Den Frieden zu suchen, sei eine Verpflichtung und eine Lebensaufgabe, es lohne sich danach zu jagen, sagte der Apostel zu Beginn seiner Ausführungen. Dies geschehe auf drei Ebenen: In der ersten gehe es um den inneren Frieden. Das sei Arbeitsprogramm jedes Einzelnen. und es gelte, nicht aufzuhören, nach diesem Frieden zu streben. Auf Augustinus gehe der Sinnspruch zurück: „Der Friede ist die Ruhe in göttlicher Ordnung!“ „Wer in der eigenen Seele Frieden schafft, kann die Gnade Gottes erleben“, ermunterte der Apostel die Zuhörer.
Die zweite Ebene betreffe den Frieden im Alltag, zum Beispiel in der Familie, in der Freundschaft, im Arbeitsleben. Auch der Friede in der Gemeinde zähle dazu. Dabei sei es oft erforderlich, den eigenen Anspruch auf die Friedfertigkeit des Nächsten aufzugeben und selbst die Initiative zur Versöhnung zu ergreifen. Obwohl das durchaus nach dem bekannten Wort von Schiller: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ an Grenzen stoße, sei Versöhnung unabhängig von der Gegenseite. „Es geht um dein Verhältnis zu Gott!“, so die klare Aussage des Apostels.
Gebet um den Frieden in der Welt
In der dritten Ebene gehe es um den Weltfrieden. Unfriede und Streitigkeiten seien weltweit verbreitet, darüber berichteten täglich die Nachrichten. „Es würde uns schon sehr verwundern, wenn wir entsprechende Meldungen nicht mehr hören würden“, fügte der Apostel an. „Andererseits dürfen wir dankbar sein, in unserem Land Gottesdienste in Frieden erleben zu dürfen.“ Das sei längst nicht überall auf der Welt möglich.
Nach dieser Einleitung bat der Apostel die Gemeinde, sich zu erheben und sprach ein intensives Gebet für einen umfassenden Frieden.
Aus dem Aaronitischen Segen
Grundlage der Predigt war das Bibelwort: „… der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.“ (4. Mose 6,26) – ein Teil des Aaronitischen Segens. Dieser Segen sei nicht von Menschen ausgedacht worden. Mose habe wohl den Wortlaut übermittelt: „Der Herr segne dich und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden“ (4. Mose 6,24–26). So sollten die Priester des Alten Bundes die Israeliten segnen.
Zwei Mal sei in diesem Segen vom Angesicht Gottes die Rede, das Gott erheben und leuchten lassen möge. „Wenn der König beim Besuch eines Untertanen seinen Blick abwendete, schenkte er ihm keine Aufmerksamkeit Bei erhobenem Blick konnte der Bittsteller jedoch des Wohlwollens des Königs gewiss sein“, nannte der Apostel ein Bild aus alter Zeit.
„Gott steht persönlich hinter diesen Worten, sie sind seine Zusage an dich. Das Angesicht Gottes über deinem Leben verleiht dir Segen, Frieden und Gnade“.
Zukünftige Reiche des Friedens
Apostel Zisowski erinnerte abschließend an das in der Offenbarung des Johannes erwähnte 1000-jährige Friedensreich, einer verheißenen Periode ohne die Wirkung von friedenszerstörenden Kräften.
Schließlich werde die Neue Schöpfung anbrechen: ein endgültiges Reich des Friedens, von dem bereits Jesaja geweissagte habe: „Da wird der Wolf beim Lamm wohnen und der Panther beim Böcklein lagern. Kalb und Löwe werden miteinander grasen, und ein kleiner Knabe wird sie leiten.“ (Jesaja 11,6). Das sei heute noch außerhalb menschlicher Erfahrung.
Friede kommt von Gott durch Jesus Christus
Der Friede komme von Gott, so einer der Gedanken, mit denen sich Bischof Manfred Bruns noch an die Gemeinde richtete. Jesus habe zu seinen Jüngern gesagt: „Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.“ (Johannes 14,27) Und schon bei Jesu Geburt hätten die Engel verkündigt: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens“ (Lukas 2,14).
Jesus selbst habe in der Bergpredigt von den Friedfertigen gesagt, dass sie Gottes Kinder heißen werden. Friedfertige seien gerne im Frieden beisammen, richteten sich nach dem Willen Gottes aus und bemühten sich um Harmonie mit Gott und dem Nächsten, so der Bischof.
Jesus Christus als Friedensspender
Zur Vorbereitung auf die Verkündigung der Sündenvergebung und die Feier des Sakraments des Heiligen Abendmahls erinnerte Apostel Zisowski an die Begebenheit, als der Auferstandene in den Kreis seiner Jünger getreten sei. „Er wollte nicht die Vergangenheit aufarbeiten und ihnen eine vorwurfsvolle Predigt halten, sondern er legte ihnen seinen Frieden in die Seelen.
Das solle auch in diesem Gottesdienst geschehen, wenn in der Freisprache die Worte zu hören sind: „Der Friede des Auferstandenen sei mit euch!“
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