Dortmund-Hörde. Ihr fünfzigjähriges Ehejubiläum feierten die Eheleute Ruth und Rüdiger Loerch. Umgeben von zahlreichen Freunden und der Familie empfingen sie dazu den Segen im Gottesdienst am Sonntag, dem 12. Juli 2026.
Bischof Jens Eberle spendete den beiden Jubilaren den Segen zur goldenen Hochzeit. Musikalische Beiträge vom gemischten Gemeindechor, dem kleinen Hörder Chorensemble sowie Sopransolo zu Klavierbegleitung gaben dem Gottesdienst ein festliches Gepräge.
Dein Reich komme
Bereits das von der Gemeinde gesungene Lied zum Einzug der Geistlichen „O selig Haus, wo man dich aufgenommen, du wahrer Seelenfreund, Herr Jesu Christ“ setzte einen ersten Akzent im Hinblick auf das gemeinsame Leben der Eheleute Loerch. In der zweiten Strophe wurde dieser Gedanke noch vertieft: „O selig Haus, wo Mann und Frau in einer, in deiner Liebe eines Geistes sind.“
Das Bibelwort für die Predigt stammte aus dem Vaterunser: „Dein Reich komme“ (Matthäus 6,10). Bischof Eberle erläuterte, dass diese Bitte einerseits die Sehnsucht nach dem kommenden Reich Gottes zum Ausdruck bringe – einem Reich, in dem das Böse keinen Raum mehr habe. Andererseits solle Gottes Reich bereits in der gegenwärtigen Lebenswelt der Christen sichtbar werden: in der Familie, im Freundeskreis, in der Gemeinde und in der Kirche.
Mit Liebe kann jeder Ort zum Himmel werden
In diesen Gedanken fügte sich auch der Liedvortrag des kleinen Chorensembles ein, der sich bereits zu Beginn des Gottesdienstes an das Jubelpaar gewandt hatte: „Wenn Liebe uns leitet, kann zu jeder Zeit jeder Ort zum Himmel werden. Dein Reich komme.“
Priester Thomas Ackermann, der Hörder Gemeindevorsteher, wandte sich in seinem Predigtbeitrag besonders an die Kinder. In der Vorbereitung auf den Gottesdienst hatten sie Symbole gebastelt, die sie nun der Gemeinde zeigten. Sie machten anschaulich, was im Himmel und im Reich Gottes wichtig ist: ein Herz für Gerechtigkeit, ein Brot als Zeichen der Bereitschaft zum Teilen, ein Pflaster für Trost und schließlich eine Kerze mit der Aufschrift: „Jesus ist unser Licht.“
Wenig Worte – viel Segen
„Ohne Segen wollen wir nicht von hier gehen“ – mit diesen Worten eröffnete der kleine Chor die Segenshandlung zur Goldenen Hochzeit. Bischof Eberle erwähnte dabei schmunzelnd, was Rüdiger Loerch sich für diesen Augenblick gewünscht hätte: „Wenig Worte – viel Segen.“
Viele Jahre hatte Rüdiger Loerch als Priester in der Gemeinde gedient, tatkräftig unterstützt von seiner Frau Ruth. Bischof Eberle erinnerte sich daran, wie er als junger Priester gelegentlich nach Hörde gekommen war. „Das kraftvolle Wort und auch die kräftige Stimme seiner Predigten waren beeindruckend“, sagte der Bischof.
Seinen Dank richtete er auch auf den bis heute andauernden Dienst von Rüdiger Loerch an kranken Gemeindemitgliedern. Bei seinen Seelsorgebesuchen feiert er weiterhin mit ihnen das Heilige Abendmahl.
Das Reich Gottes – hier und dort
Eine besonders bewegende Stimmung entstand, als Bischof Eberle die Verbindung der Jubilare zum Vater von Rüdiger Loerch ansprach. Evangelist Werner Loerch, den die Hörder Gläubigen gut kannten, sei auch in der Familie Loerch unvergessen.
Eine kleine Geste verlieh diesem Gedanken besondere Tiefe: Als Krawatte zu seinem Anzug zur Goldenen Hochzeit hatte Rüdiger Loerch die Krawatte seines Vaters ausgewählt. Ein Zeichen der Verbundenheit über Generationen hinweg – und zugleich ein Bild für das Reich Gottes, das schon jetzt keine Trennung zwischen Diesseits und Jenseits kennt.
25. Juli 2026
Text:
Günter Lohsträter
Fotos:
Günter Lohsträter
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