Dortmund. Andacht, Festakt und Gottesdienst: Zwei Tage voller intensiver Begegnungen bei Gebet, Gesang und Gespräch prägten das Jubiläumswochenende der Regenbogen-NAK im September in Dortmund.
Zum 25-jährigen Jubiläum hatte der Vorstand der Regenbogen-NAK e.V. nach Dortmund eingeladen. Mehr als 70 „Regenbögen“, wie sich die Mitglieder der Gruppe freundlich nennen, waren der Einladung gefolgt, mit dabei Teilnehmer aus den Niederlanden und aus Südafrika. Die Veranstaltung fand in der Kirche und auf dem Grundstück der Gemeinde Dortmund-Scharnhorst statt.
Gibt es denn einen Grund zu feiern?
Am Samstagnachmittag, dem 19. September 2024 begannen die Festlichkeiten mit einem Gebet und der Begrüßung durch den Vorstand des eingetragenen Vereins. Frank Thiel stellte darin die Frage, die sich bei der Planung der Feierlichkeiten aufgedrängt habe: „Gibt es denn überhaupt einen Grund zu feiern? Was haben wir eigentlich in den 25 Jahren erreicht?“
In der Folge nannte er einige Ziele, die sich die Regenbogen-NAK auf ihre Fahne geschrieben hatte und legte dabei Wert darauf, dass der Verein mit NAK die Abkürzung der Neuapostolischen Kirche in seinem Vereinsnamen führt. „Die Vereinsziele stehen damit in direkter Verbindung mit unserer Kirche.“
Sein Resümee: Gutes sei in den 25 Jahren erreicht worden, für noch mehr Gutes gelte es sich weiterhin zu engagieren. „Es gibt in Zukunft noch viel zu tun für die Regenbogen-NAK, um die Interessen der homo-, bi-, intersexuellen und transidenten Kirchenmitglieder innerkirchlich zu vertreten.“
Freudig sein und jubeln
Es folgten einige geistliche Impulse von Arne Stauch zum Bibelwort aus Psalm 118,24 nach der Übersetzung „Gute Nachricht Bibel“: „Diesen Tag hat der Herr zum Festtag gemacht. Heute wollen wir uns freuen und jubeln!“ „Ja, es gibt heute einen Grund zu feiern“, wolle das Bibelwort vermitteln.
Die folgende Interpretation einer Bibellesung von Carmen Jäger aus dem Buch des Propheten Jesaja (Jesaja 45,9-12 nach der Übersetzung „Hoffnung für alle“) bekräftigte das Psalmwort. Nach zuerst einem recht düsteren Eindruck vom Jesaja-Wort kehrte sie den Blick auf den Inhalt um: „Du hast allen Grund dich zu freuen, denn du bist gewollt, geliebt und von Gott handgemacht.“
Fürbitten
Einen eindrucksstarken Teil der Andacht bildeten die vorgetragenen Fürbittgebete: Für die verfolgten queeren Menschen und die, die dafür ihr Leben lassen mussten; für Menschen, die außerhalb der Norm leben; für Menschen, die ausgrenzen, diskriminieren und ihre Herzen eng machen; für die Mutlosen und innerlich Zerrissenen; für Seelsorgende und Verantwortliche; um Kraft für Unterstützende und gute gesellschaftliche und politische Bedingungen.
Es folgte eine Zeit der Stille im Gedenken an die Verstorbenen, zu der die auf dem Altar aufgestellten in Regenbogenfarben bunten Kerzen entzündet wurden. Nach dem gemeinsam gebeteten „Vater unser“ endete die Andacht.
Die musikalischen Akzente setzte der aus Mitgliedern der Regenbogen-NAK gebildete Chor „Klangfarbe“, der den Schlusspunkt der Andacht und den Auftakt zum anschließenden Festakt mit dem Vortrag “Gloria – Ehre sei dir“ bildete.
Grüße aus der weiten Welt
Zu Beginn des Festakts begrüßten die Vorstandsmitglieder die Festteilnehmer, und per Video kamen Grußbotschaften aus Südafrika und Australien sowie vom Regenbogenforum e.V., einem Zusammenschluss queerer christlicher Interessenvertretungen und Vereine verschiedener Konfessionen. In einem kurzweiligen Vortrag berichtete ein Gründungsmitglied und Ideengeber von den ersten Schritten der Regenbogen-NAK.
In einem Videointerview erläutern verschiedene Vereinsmitglieder ihre Motivation, sich zu engagieren und geben Einblick in persönliche Erlebnisse mit der Interessenvertretung und wagen einen Ausblick in die Zukunft. In einem emotional berührenden Slam Poetry gab eine Jugendliche Einblicke in ihre Gefühlslage bei ihrem Outing. Der Chor beendete den Festakt mit dem Lied „In den Frieden dieses Abends stimmen unsre Herzen ein.“
Bevor dann Sektempfang und ein gemütlicher Ausklang folgten, gab es noch eine „Foto-Aktion Regenbogen“ in der mit Papierfächern die Regenbogenfahne dargestellt wurde. Tags darauf feierten die Mitglieder der Regenbogen-NAK den Gottesdienst zusammen mit den Gemeinden Scharnhorst und Eving in Scharnhorst.
9. Oktober 2024
Text:
Günter Lohsträter
Fotos:
Frank Schuldt
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