Lünen. Am zweiten Adventssonntag 2025 fand in der Evangelischen Stadtkirche St. Georg in Lünen die diesjährige Gedenkfeier für verstorbene Kinder statt. Die Evangelische, Katholische und Neuapostolische Kirche am Ort hatten dazu eingeladen.
Die Andacht stand im Zusammenhang mit dem Weltgedenktag für verstorbene Kinder, der jährlich am zweiten Sonntag im Dezember begangen wird und auch den Sternenkindern gewidmet ist. Die Einladung richtete sich ebenfalls an alle neuapostolischen Gemeinden im Bezirk Dortmund.
Kontrastprogramm
Während draußen vor der Kirchentür der Weihnachtsmarkt mit Lichtern, Stimmen und Musik das Stadtbild prägte, lag im Kirchenraum eine spürbare Ruhe. Von dem, was sich im Inneren ereignete, war draußen nichts wahrzunehmen – ein stiller Kontrast zur geschäftigen Adventszeit.
„Binde deinen Karren an einen Stern“, ein Satz, der Leonardo da Vinci zugeschrieben wird, prägte das Einladungsplakat. Der dort abgebildete Karren war mit „Trauer“ gekennzeichnet, die Sterne am dunklen Himmel strahlten Licht und damit Hoffnung aus.
Musikalischer Rahmen und ökumenische Gestaltung
Musikalisch begleitet wurde die Feier von Musikern der Neuapostolischen Kirche. Marko Braun und Stephan Lichtenberg schufen mit einfühlsamer Instrumentalmusik auf dem Flügel und mit der Oboe eine Atmosphäre der Stille und des Getragenseins. Das gemeinsame Eingangslied „Weißt du, wieviel Sternlein stehen“ eröffnete die Feier und griff das zentrale Bild des Nachmittags auf.
Die Begrüßung übernahm Anja Bunkus, evangelische Pfarrerin an der Stadtkirche. Gemeinsam mit Ulrike Grötken, betroffener Mutter und Trauerbegleiterin, Sabine Jasperneite, katholischer Gemeindereferentin und Trauerbegleiterin, sowie Rolf Pinno, Priester im Ruhestand der Neuapostolischen Kirche und Trauer- und Sterbebegleiter, gestaltete sie die Feier ökumenisch und zugewandt.
Worte des Trostes und der Hoffnung
Gebete, Bibelworte und kurze Auslegungen begleiteten die Teilnehmenden durch den Gedenkgottesdienst. Besonders das Bibelwort aus Psalm 147,3.4: „Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden. Er zählt die Sterne und nennt sie alle mit Namen.“ setzte einen tröstlichen Akzent. Das Lied „Wechselnde Pfade“ sowie ein persönlicher Text von Ulrike Grötken gaben Raum für eigene Gefühle zwischen Trauer, Erinnerung und Hoffnung.
Vier Stationen der Erinnerung
Ein zentraler Bestandteil der Gedenkfeier war der anschließende Stationsgang. In leiser Musik und mit viel Zeit konnten die Besucherinnen und Besucher vier Stationen aufsuchen: An der Station „Segen empfangen“ bestand die Möglichkeit, sich persönlich segnen zu lassen. An der Station „Brief an mein Kind“ konnten Gedanken, Klageworte oder unausgesprochene Gefühle aufgeschrieben und symbolisch abgelegt werden.
Der „Sternenhimmel“ lud dazu ein, für jedes verstorbene Kind einen Stern aufzuhängen – ein sichtbares Zeichen der Erinnerung, von dem jede und jeder auch einen Stern mit nach Hause nehmen durfte. An der Station „Licht und Klagemauer“ wurden Kerzen entzündet und auf die aufgeschichteten Steine gestellt – ein starkes Bild für Trauer, aber auch für Halt und Gemeinschaft.
Gemeinsames Gebet und Ausklang
Mit dem gemeinsamen Lied „Christus, dein Licht“, den Fürbitten und dem Vaterunser fand der Stationsgang seinen Abschluss. Der Segen, gesprochen von Anja Bunkus und Sabine Jasperneite, stellte die Feier bewusst unter das Zeichen der Hoffnung. Zum Abschluss dankte Anja Bunkus allen Mitwirkenden, insbesondere den Musikern, für ihr Engagement und ihre einfühlsame Begleitung.
Hoffnungsvolle Instrumentalmusik begleitete den Übergang in den Ausklang. Bei Kaffee und Gebäck bestand anschließend Gelegenheit zu Gesprächen und Begegnungen.
23. Januar 2026
Text:
Günter Lohsträter
Fotos:
Günter Lohsträter
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