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„Denn ich bin dein Gott“
Seniorentag in Dortmund-Aplerbeck

 

Dortmund. Der diesjährige Seniorentag begann mit einem Gottesdienst am Sonntag, dem 31. Mai 2026. Bischof Jens Eberle feierte ihn gemeinsam mit den Seniorinnen und Senioren aus den Dortmunder Gemeinden. In der Predigt ging es um mutmachende Gedanken für herausfordernde Lebensphasen..

Als Grundlage wählte Bischof Eberle das Bibelwort aus Jesaja 41,10: „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“ Daraus entfaltete er seelsorgerliche Impulse für die Anwesenden. Auch die Gläubigen der gastgebenden Gemeinde Aplerbeck nahmen an dem Gottesdienst teil.

Zu Beginn brachte er seine Freude über das gemeinsame Zusammensein zum Ausdruck: Es tue gut, „viele bekannte Gesichter zu sehen“ und Gemeinschaft zu erleben. Zugleich übermittelte er herzliche Grüße von Apostel Thorsten Zisowski und betonte dessen Wertschätzung gegenüber den Senioren. Mit einem Augenzwinkern zitierte er: „Die Dortmunder Senioren, die sind eine Bank.“

Kirche als „bunte Blumenwiese“

Im weiteren Verlauf griff Bischof Eberle ein Bild auf, das der neue Stammapostel Helge Mutschler im Gottesdienst zu Pfingsten 2026 verwendet hatte: die Kirche als „bunte Blumenwiese“. Sie steht für Vielfalt, Lebendigkeit und das Miteinander unterschiedlichster Menschen. Beim Blick in die Gemeinde habe sich genau dieses Bild gezeigt – junge und ältere Menschen, Gesunde und Kranke, vereint im Gottesdienst.

Gleichzeitig sprach er auch eine nachdenkliche Beobachtung an: Manche Plätze seien leer geblieben. Daraus leitete er einen konkreten Auftrag ab. Er ermutigte die Senioren, den Kontakt zu Menschen wieder aufzunehmen, die sich im Laufe der Zeit von der Gemeinde entfernt haben. Es gehe nicht darum, „die Kirchenbänke zu füllen“, sondern darum, in Liebe auf andere zuzugehen und zu vermitteln: „Du bist nicht vergessen, wir denken an dich.“

Sorgen, Kummer und göttlicher Trost

Ein zentraler Teil der Predigt widmete sich den Sorgen und Belastungen vieler älterer Menschen. Bischof Eberle sprach offen von Kummer, der sich oft leise in das Leben einschleicht, etwa durch Veränderungen im persönlichen Umfeld oder durch Verluste. „Manchmal kommt der Kummer wie ein Kolbenschlag“, beschrieb er eindrücklich.

Dem stellte er die tröstende Botschaft Gottes gegenüber und zitierte aus Psalm 94: „Ich hatte viel Bekümmernis in meinem Herzen, aber deine Tröstungen erquicken meine Seele.“ Es war ihm ein persönliches Anliegen, dass jeder Einzelne diesen Trost erfährt: Gott nimmt den Menschen wahr, kennt seine Sorgen und schenkt neue Kraft.

„Fürchte dich nicht“ – Hoffnung in unsicheren Zeiten

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema Angst. Bischof Eberle machte deutlich, dass Angst viele Menschen beschäftigt – sei es durch persönliche Lebenssituationen oder gesellschaftliche Entwicklungen. Dem stellt Gott seine klare Zusage entgegen: „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir.“

Er betonte, dass in der Liebe Gottes keine Angst ist, sondern Zuversicht und Mut wachsen. Besonders ging er auf die Angst vor Einsamkeit im Alter ein. Wenn das Leben stiller wird, Beziehungen wegbrechen und sich das gewohnte Umfeld verändert, kann dies schwer zu ertragen sein. Umso wichtiger sei die Gewissheit: Gott lässt keinen Menschen allein. „So allein bist du nicht“, machte er deutlich.

„Denn ich bin dein Gott“ – Vertrauen und Geborgenheit

Ein prägnanter Gedanke seiner Predigt war die Zusage Gottes: „Denn ich bin dein Gott.“ Bischof Eberle unterstrich die Tiefe dieser Worte und formulierte anschaulich: „Der ewige Gott macht deine Sache zur Chefsache.“ Damit machte er deutlich, dass Gott sich persönlich und mit höchster Aufmerksamkeit jedem Einzelnen zuwendet.

Diese Zusage ist Grundlage für Vertrauen und Zuversicht – unabhängig von den jeweiligen Lebensumständen. Der Blick des Glaubens hilft, die eigene Situation aus einer neuen Perspektive zu sehen und neue Kraft zu schöpfen.

Göttliche Hilfe im Alltag erfahren

Auch die Aussage „Ich helfe dir“ legte Bischof Eberle lebensnah aus. Er schilderte, wie Hilfe im Alltag konkret erfahrbar wird – durch Familie, Freunde oder Geschwister im Glauben. Solche Erfahrungen sind Ausdruck göttlicher Fürsorge.

Zugleich betonte er, dass es Menschen braucht, die sich zu dieser Hilfe bereit erklären. Als Beispiel berichtete er von einer Glaubensschwester, die regelmäßig Kuchen backt und ihn an andere weitergibt. Diese einfache Geste sei ein starkes Zeichen gelebter Nächstenliebe und vermittle: Du bist nicht allein, du bist geliebt.

Aufruf zur Standhaftigkeit im Glauben

Zum Abschluss richtete Bischof Eberle einen eindringlichen Appell an die Gemeinde: „Weichet nicht.“ Das Vertrauen auf Gott soll auch in schwierigen Zeiten nicht aufgegeben werden. Vielmehr gilt es, im Glauben zu wachsen, die Gemeinschaft zu pflegen und sich am Wesen Jesu Christi auszurichten.
Der Gottesdienst endete mit einer zuversichtlichen Perspektive: Gott hat den Kummer der Menschen gesehen und schenkt Trost, Hilfe und Stärke. In diesem Vertrauen dürfen die Gläubigen ihren Weg weitergehen – getragen von der Gewissheit, dass sie in Gottes Hand geborgen sind und auf die Wiederkunft Christi hoffen dürfen.

Vortrag und Gemeinschaftspflege

Nach einem Vortrag über die derzeitigen Angebote der Kirche in der Kinder-Seelsorge gab es für alle eine Mittagsmahlzeit und ein reiches Kuchenbüfett.

2. Juni 2026
Text: Günter Lohsträter
Fotos: Günter Lohsträter

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