Dortmund-Marten. Familie, Freunde, Wegbegleiter und Mitglieder der Gemeinde Marten versammelten sich am Dienstag, 6. Februar 2024, zur Trauerfeier für Horst Hillebrand. Am 25. Januar 2024 war der langjährige Seelsorger im Alter von 82 Jahren verstorben.
Rund 140 Teilnehmer waren in Präsenz und online zusammengekommen, um dem Priester im Ruhestand die letzte Ehre zu erweisen. Evangelist Jörg von Oppenkowski, Gemeindevorsteher in Marten, führte den Gedenkgottesdienst durch. Das biblische Beispiel von den anvertrauten Zentnern aus dem Matthäusevangelium zog sich durch die gesamte Trauerpredigt.
Teilen, Trost und Dankbarkeit
„Die Beisetzung hat bereits stattgefunden, warum nun noch eine Trauerfeier?“ wandte sich Evangelist von Oppenkowski zu Beginn der Feier an die Trauerversammlung. „Der Grund ist, zu teilen“, blieb er die Antwort nicht schuldig. „Wir möchten zeigen, dass wir hinter euch stehen, euren Verlust und eure Traurigkeit teilen.“, versicherte er der Familie des Verstorbenen.
Zum Aspekt des Teilens gehöre auch der Versuch, gemeinsam einen Rückblick auf ein Leben zu wagen und auch die Aufmerksamkeit darauf zu richten, was man haben durfte und hieraus Trost und Dankbarkeit erfahren zu können.
Mission erfüllt - Danke!
Die Aussage über der Traueranzeige „Mission erfüllt – Danke!“ sei für ihn auf den ersten Blick ungewöhnlich gewesen, ihr Hintergrund habe sich jedoch im Gespräch schnell erschlossen. So sei es schön, wenn eine Familie im Rückblick zusammenfassend sagen könne: „Es ist nichts offen. Wir können hinter allem „einen Haken machen“ und sind dankbar dafür“, füllte der Evangelist die Aussage mit Inhalt.
Dem Gedanken der „erfüllten Mission“ folgend sei die Wahl des Bibelworts für die Trauerfeier leicht gefallen: „Da trat herzu, der fünf Zentner empfangen hatte, und legte weitere fünf Zentner dazu und sprach: Herr, du hast mir fünf Zentner anvertraut; siehe da, ich habe fünf Zentner dazugewonnen. Da sprach sein Herr zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!“ (Mt 25,20.21)
Fünf Zentner als Startkapital
Im Bibelwort sei davon die Rede, dass der Knecht nicht mit leeren Händen habe anfangen müssen, sondern fünf Zentner erhalten habe, so Evangelist von Oppenkowski. „Gott hat Horst Hillebrand fünf Zentner anvertraut: Die Möglichkeit, an Jesus Christus zu glauben, ein ausgeglichenes Wesen, das Interesse an Musik, eine Familie, ein Amt in der Kirche.“ Der Heimgegangene habe das, was Gott ihm als Startkapital gegeben habe, angenommen, genutzt und vermehrt.
Die Möglichkeit, glauben zu können, habe Gott geschenkt. Horst Hillebrand habe diesen Glauben mit Leben erfüllt. „Horst war sowohl konservativ im Sinne eines tiefen, kindlichen Glaubens und gleichzeitig modern und progressiv, ein neuapostolischer Christ, der die moderne Entwicklung der Kirche begrüßt hat“, zitierte der Evangelist von Oppenkowski Hirte i.R. Helmut Neumann, langjähriger Gemeindevorsteher und Wegbegleiter Horst Hillebrands.
Weitere Zentner: Ausgeglichenes Wesen, Familie, großes Interesse für Musik
„Gott hat Horst ein ausgeglichenes Wesen gegeben, er hat einen weiteren Zentner hinzugewonnen“. Bereits in Kindheit und Jugend in der Besetzungs- und Nachkriegszeit in der Weltstadt Amsterdam, in der es häufig am Nötigsten fehlte, habe er die für ihn typische Toleranz, Offenheit und Großzügigkeit entwickelt. Er sei lebenslang ein sensibler Mensch mit feinem Humor gewesen, ebenso jemand, der ausgeglichen habe.
Das Interesse für Musik, insbesondere für Orgelmusik, ein Gehör hierfür zu haben, habe Gott ihm geschenkt. Dieses Interesse habe er an seinen Sohn und seinen Enkelsohn weitergeben und gefördert.
„Aus dem Zentner, eine Familie zu haben, hat Horst Hillebrand etwas gemacht“, führte der Evangelist weiter aus. „Viele Jahre lang habt ihr nah beieinander gelebt, viele gemeinsame Urlaube in den Niederlanden verbracht“. Es war seine Art, sich zu kümmern, zu arbeiten, ein gutes Beispiel zu geben. Dazu beizutragen, gut miteinander auszukommen, dankbar zu sein, auszugleichen, und wenn es schwer wird, sich in die Hand Gottes fallen zu lassen, seien typische Merkmale des Heimgegangen gewesen.
Kirchlicher Dienst - der fünfte Zentner
1984 empfing Horst Hillebrand das Unterdiakonenamt, neun Jahre später wurde er zum Diakon ordiniert und diente ab 2000 bis zu seinem Ruhestand 2007 als Priester. In seinem seelsorgerischen Dienst habe er alle gleich behandelt, es sei ihm ein Anliegen gewesen, für alle Anvertrauten in Fürbitte einzutreten. So sei er ein wirklicher Seel-Sorger gewesen. „Das Amt in der Kirche hat ihm Gott gegeben“, er hat etwas daraus gemacht.“
Zusammenfassend und hierbei nochmals Bezug auf die Aussage „Mission erfüllt – Danke!“ nehmend, schloss Evangelist von Oppenkowski seine Trauerpredigt mit den Worten, die er bereits im Rahmen der Beisetzung genutzt hatte: „Lieber Horst: Gut gemacht!“
Orgelmusik und Dekoration
Horst Hillebrands Liebe zur Orgel aufgreifend, gab der gemeinsame Gesang der Lieder „Tut mir auf die schöne Pforte“, „Seliges Wissen, Jesus ist mein“ und „Lobe den Herren, den mächtigen König“, mit kraftvollen Orgelklängen von seinem Sohn Björn begleitet, dem Trauergottesdienst einen feierlichen musikalischen Rahmen.
Die Altardekoration mit Bildern aus typischen Lebenssituation und vielen Tulpen brachte die Persönlichkeit Horst Hillebrands und auch seine Verbundenheit zum Geburtsland Niederlande zum Ausdruck.
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