Dortmund. Zwei Andachten in Hombruch am 24. März 2016 und in Hörde am 23. April 2016 setzten besondere Akzente im Gemeindealltag. Die Andacht in Hombruch am Gründonnerstag widmete sich der Passionszeit. In Hörde beschäftigte sich die Andacht mit dem Thema „Nächstenliebe“.
Die Andachten nutzten in ihrer Durchführung verschiedene Stilmittel: In Hörde waren das Chormusik im Wechsel von Textlesungen aus der Literatur, die sich beide mit den Herausforderungen des christlichen Gebotes der Nächstenliebe auseinandersetzten. In Hombruch setzten die Veranstalter Lesungen von Bibeltexten und literarischen Entsprechungen in Bezug zu einer Fotopräsentation, die in die biblisch überlieferten Ereignisse der Nacht vor Karfreitag einfühlen ließen.
Fußwaschung und Abendmahl
Nach Begrüßung und kurzen Erläuterungen zum Ablauf der Andacht von Jörg Töpfer und Jürgen Gerisch, den beiden Organisatoren der Hombrucher Andacht, waren die Teilnehmer eingeladen, in den unteren Räumen der Kirche an einer Fußwaschung und einem anschließenden Mahl von Brot und Wein teilzunehmen.
Wortlose, andachtsvolle Stille und milder Kerzenschein zu dezent vorgetragenen Bibeltexten aus der Passionsgeschichte bildeten den Rahmen dieses ersten Teils der Andacht. Die Erinnerung an das letzte Abendmahl, das Christus mit seinen Jüngern am Vorabend des Karfreitags feierte, bevor er den schweren Gang durch den Garten Gethsemane nahm, kam den Teilnehmern sehr nahe.
Vier Nachtwachen
Im zweiten Teil der Andacht gab es im Kirchensaal Einblicke in die Nacht in Gethsemane. Zu an der Altarrückwand projizierten Bildern gab es entsprechende Lesungen von Bibeltexten und literarischen Interpretationen. Insgesamt vier Bilder wurden präsentiert gemäß den biblisch überlieferten vier Nachtwachen.
Die beschriebenen Stationen gaben einen Eindruck von der Dramaturgie dieser Nacht wieder. Die Hombrucher Andacht vermittelte diese Stimmung in vier Bildern zu Angst, Beten, Wachen und Verrat. Eine stilvoll illuminierte Altarrückwand unterstützte die spannungsgeladene Stille der Andacht.
Der Nächste, bitte
Die Hörder Andacht wendete sich einem christlichen Thema zu, das im Angesicht der vielen Menschen, die zurzeit aus fremden Kulturen und bisweilen mit anderen religiösen Traditionen in unserer Nachbarschaft leben, hohe Aktualität hat.
Arno Mescheder, der Dirigent des Hörder Gemeindechors und mit der Planung und Gestaltung der Andacht befasst, erläuterte zu Beginn der Andacht die Dekoration des Altars in der Hörder Kirche. Dort sei das Logo der Andacht aufgegriffen worden, das im Symbol eines Herzens die Inschrift zeige: Der Nächste, bitte … „Das mag uns an die Aufforderung in einer Arztpraxis erinnern, wenn ein weiterer Patient zur Behandlung aufgerufen wird oder wenn man an der Theke der Bäckerei angesprochen wird, seine Kaufwünsche zu äußern“, so beschrieb Arno Mescheder den bewusst ein wenig außergewöhnlichen formulierten Titel der Andacht.
Sicherlich wolle die Andacht zur Nächstenliebe auffordern. und „Natürlich ist hier der „Nächste“ im Sinne des Evangeliums gemeint“, so führte er aus. Damit sei jeder Mensch gemeint, der liebevoller Zuwendung bedürfe, einfach der Nächste der „gerade dran sei“, den man sich nicht aussuchen könne.
Zwölfmal Chormusik – fünf Lesungen
Neben dem Hörder Gemeindechor kam auch der Hörder sogenannte „Kleine Chor“ zum Vortrag. Einer seiner Texte lautete „Wenn ich alle Sprachen dieser Welt sprechen könnte, und ich könnt sie alle verstehn, … meine Sprache wär nur Sprachlosigkeit … hätte ich die Liebe nicht“ nach dem Bibeltext vom „Preis der Liebe“ aus dem Korintherbrief des Apostels Paulus.
Einer der Texte, die der Gemeindechor vortrug, gab eindrucksvoll den gesamten Anspruch der Andacht wieder: „So jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasst doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz darnieder.“
Die sorgfältig ausgewählten Texte zu den Lesungen thematisierten verschiedene Aspekte und Möglichkeiten der Nächstenliebe aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
„… und unsern kranken Nachbarn auch“
Die Andacht endete mit Dankesworten an alle Akteure und einem Gebet des Hörder Gemeindevorstehers, Evangelist Wilko Wolloscheck sowie mit dem gemeinsamen Gesang des Volksliedes „Der Mond ist aufgegangen“ mit dem bekannten Text von Matthias Claudius.
Arno Mescheder erläuterte vor dem Schlussgesang den Zuhörern, was ihn zu der Auswahl dieses Liedes für eine Andacht zum Thema „Nächstenliebe“ bewogen, habe: Genau der Text der siebten Strophe des Liedes „ und lass uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbarn auch.“
Die eindrucksvolle Stille der Andacht steigerte sich, als der Dirigent den Text noch einmal rezitierte: „Und lass uns ruhig schlafen, und den griechischen Gyros-Verkäufer um die Ecke, der seinen Imbiss wegen fehlender Umsatze schließen muss, und die alleinerziehende Mutter, die gerade von ihrem Mann verlassen wurde, und den Bodo-Verkäufer, der mir jeden Morgen seine Zeitschrift verkaufen will, und das kleine Mädchen, das in der Schule stets wegen seines Kopftuches gemobbt wird, und unsern kranken Nachbarn auch.
Andacht Do-Hombruch
29. April 2016
Text:
Heinz Helmut Bussemas, Günter Lohsträter
Fotos:
Günter Lohsträter
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