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Ökumenisches Gedenken
an die Pogromnacht 1938

 

Dortmund. In einer Andacht am 9. November 2022 gedachten mehr als 100 Dortmunder Bürgerinnen und Bürger des unermesslich grausamen Verbrechens an jüdischen Menschen, das in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 seinen unmenschlichen Verlauf nahmen.

Die Pogromnacht am 9. November 1938, in der Synagogen angezündet, jüdische Geschäfte geplündert und Jüdinnen und Juden gedemütigt und getötet wurden, steht beispielhaft für die Schrecken und das Leid, die Jüdinnen und Juden im Nationalsozialismus zugefügt wurden.

Auch hier in Dortmund grassierte die unmenschliche Gewalt mit Verfolgung, Deportation und schließlich Ermordung von Millionen von Jüdinnen und Juden. Die im Jahr 1900 errichtete Dortmunder Synagoge am jetzigen Platz des Opernhauses fiel in der Zeit von Oktober bis Dezember 1938 einem Zwangsabriss zum Opfer.

Gegen das Vergessen

In jährlicher Wiederkehr ruft die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Dortmund zusammen mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) Dortmund e.V. und der Evangelischen Stadtkirche St. Petri zu einer ökumenischen Gedenkfeier auf. Die diesjährige Andacht fand in der Evangelischen Stadtkirche St. Marien an der Kleppingstraße statt.

Und immer wieder zitiert die Überschrift der Andachten Worte nach dem Propheten Jesaja: „Ich will ihnen ein Denkmal und einen Namen geben, auf dass ihr niemals vergessen werdet (nach Jesaja 56,6).“

ACK-Präsenz

Die ACK Dortmund war diesmal vertreten durch die Pfarrer Robert Geßmann von der Alt-Katholischen Pfarrgemeinde Dortmund, St. Martin, und Pfarrer Carsten Voß von der Trinitatisgemeinde Dortmund der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) sowie von Evangelist i.R. Günter Lohsträter von der Neuapostolischen Kirche in Dortmund.

Pfarrer Geßmann sprach nach der Begrüßung ein Gebet, in welchem er die unsäglichen Ereignisse vor 84 Jahren beklagte, aber auch in Hoffnung auf einen barmherzigen Gott verwies.

Gedenke an den Bund

Nach seinem Gebet sprach er wechselweise mit der Gemeinde einige Verse aus Psalm 74. Asaf, der Autor dieses Psalms, richtet die Bitte an Gott, sich doch wieder seinem Volk zuzuwenden, dem die Widersacher die Heiligtümer verbrannt und bis auf den Grund entweiht haben. „Lenke deine Schritte dorthin, wo seit langem Trümmer liegen“, endete die Lesung des Psalms.

Virtuelle Cello-Musik und andächtige Stille

In eindrucksstarken Kurzbiographien erinnerten Schülerinnen und Schüler des Dortmunder Käthe-Kollwitz-Gymnasiums an Menschen, für die im Umfeld der Marienkirche Stolpersteine verlegt wurden. Eine Vertreterin der BVB Fan- und Förderabteilung stellte die Arbeit der ehrenamtlich tätigen Mitglieder vor, die sich seit vielen Jahren um die Reinigung und Pflege der Stolpersteine kümmern.

Virtuelle Cellomusik der Cellistin Franziska Matz und Phasen des stillen Gedenkens wechselten mit den Wortbeiträgen ab und sorgten für eine intensive Andacht.

Stolpersteine

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig, das seit 1992 stetig anwächst. Mit im Boden verlegten Stolpersteinen wird an das Schicksal der im Holocaust verfolgten und ermordeten Menschen erinnert. In Dortmund erinnern derzeit insgesamt 344 Stolpersteine an Dortmunderinnen und Dortmunder, die während der NS-Zeit verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben und in den Suizid getrieben wurden. Die neusten Steine wurden in diesem Jahr verlegt.

Anschließend machte sich die Andachtsgemeinde auf einen schweigenden Gang zu den erwähnten Stolpersteinen, reinigten sie, legten nach jüdischer Tradition Gedenksteine ab, die zuvor auf den Altarstufen in St. Marien zur Mitnahme bereit lagen und verharrten für einige Augenblicke in Stille.

Auf dem Weg zu den Stolpersteinen gesellten sich der Rabbiner der Jüdischen Kultusgemeinde Dortmund, Avigdor Moshe Nosikov zusammen mit der Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund, Pfarrerin Heike Proske, der Gruppe zu.

Gedenken an jüdischen Priester in Dortmund

Aus neuapostolischer Sicht hatte die Andacht zusätzlich ein besonderes Gepräge. Am 5. September 2022 jährte sich zum 80. Mal der Todestag von Priester Harry Fränkel.

Harry Fränkel wurde am 27. April 1882 in der Nähe von Bremen geboren. Seine Eltern Salomon und Eliese Fränkel sind jüdischer Religion. Er selbst wird am 23. Juli 1908 neuapostolisch. Bereits 1909 ist er Sonntagsschullehrer in Dortmund. Um 1911 wird er zum Diakon ordiniert und um 1922 zum Priester.

Ab 1938 befindet er sich auf der Flucht, um seinen Verfolgern zu entgehen. Nach fast zweijähriger Odyssee durch Belgien und Frankreich kann er ihnen nicht mehr entgehen und er tritt seine letzte Reise an. Sie führt über die Untersuchungshaft in Frankfurt in die berüchtigte Steinwache in Dortmund – kaum mehr als zwei Kilometer von seinem trauten Heim und seiner Familie entfernt. Weiter geht es über das Konzentrationslager Sachsenhausen bei Berlin bis nach Auschwitz.

In dieser Hölle endet sein Leben am 5. November 1942, 8 Uhr: „Ermordet“, so verzeichnet es die internationale Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Doch sein Name lebt weiter – als Textautor des neuapostolischen Chorliedes „Ziehe Deine Schuhe aus, denn der Ort, wo Du stehst, ist heilig“.

21. November 2022
Text: Günter Lohsträter
Fotos: Bildarchiv, Günter Lohsträter

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Von links nach rechts: Die Pfarrer Anselm Stiehl (Baptisten), Robert Geßmann (Alt-Katholische Kirche), Carsten  Voß (Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche), Stefan Tausch (Katholische Kirche), Ständig Stellvertretender Superintendent Michael Stache (Evangelische Kirche), Archimandrit Dr. Filótheos Maroúdas (Griechisch-Orthodoxe Kirche), Pfarrer Dr. Ispas Ruja (Rumänisch-Orthodoxe Kirche), Bürgermeister Norbert Schilff, Günter Lohsträter (Neuapostolische Kirche) und Pfarrer Dr. Gero Waßweiler (Evangelisch-methodistische Kirche)

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