Lünen. Bezirksapostel Stefan Pöschel feierte mit der Gemeinde Lünen einen Festgottesdienst zum 125-jährigen Gemeindejubiläum. In der Predigt ging es um einen Blick in das Wesen von Gemeinde. Außerdem ordinierte der Bezirksapostel zwei Diakoninnen für Lünen.
Am Sonntag, dem 1. Juni 2025 empfing die Gemeinde Lünen Bezirksapostel Stefan Pöschel zum Gottesdienst. Anlass seines Besuchs war das Jubiläum zum 125-jährigen Bestehen einer neuapostolischen Gemeinde in Lünen.
Segenswünsche
Der Bezirksapostel überbrachte der Jubiläumsgemeinde zunächst die Segenswünsche des Apostelkollegiums der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland. Grußworte von geladenen Gästen aus Ökumene und Ortspolitik in Lünen seien ja schon im Gottesdienst zum Festwochenende am 3. und 4. Mai 2025 gesprochen worden (wir berichteten). So könne man sich in diesem Gottesdienst intensiv auf sich selbst und als Gemeinde besinnen.
Aus einer Gemeinde wurden sechs
Als Motto zum Lüner Jubiläumsjahr hatten die Organisatoren „Gestern.Heute.Morgen.“ ausgewählt. In der Chronik schreiben sie dazu: „Zukunft braucht Herkunft“ und gehen in der ausführlichen Festschrift der Frage nach „Wo kommen wir her?“ Nach Aufzeichnungen der Chronisten fand der erste Gottesdienst im Stadtgebiet Lünen am 4. Mai 1900 statt. Priester Georg Breidenstein wird als Gemeindevorsteher erwähnt, der 25 Jahre lang die Geschicke der Gemeinde lenkte.
1928 weihte der damalige internationale Kirchenleiter, Stammapostel Hermann Niehaus, das erste Kirchengebäude der Neuapostolischen Kirche in Lünen ein. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche in der Nacht vom 21. auf den 22. Februar 1945 zerstört. Zwischen 1946 und 1948 bauten Gemeindemitglieder die Kirche aus eigenen Mitteln wieder auf. Sie wurde 1948 wieder eingeweiht.
Im Jahr 1909 kam in Lünen-Brambauer, dem im Südosten Lünens gelegenen größten Stadtteil, eine weitere Gemeinde dazu. Nach 114 Jahren Gemeindebestand wurde dieser Standort aufgegeben (wir berichteten).
Weitere Gemeindegründungen in Lünen gab es in den Jahren 1952 Lünen-Nord, 1962 Lünen-Ost, 1966 Lünen-Gahmen und 1978 Lünen-Süd.
Aus sechs Gemeinden wuchs eine große zusammen
Nach den Zusammenlegungen der Gemeinden Lünen-Gahmen und Lünen-Ost in den Jahren 2003 und 2010 wurden dann auch die drei noch verbliebenen Gemeinden Lünen-Mitte, -Nord und -Süd fusioniert und zu einer großen Stadtgemeinde Lünen vereint. Der Gründungsgottesdienst fand im Zuge der Einweihung des neuen Kirchengebäudes an der Bebelstraße im Jahr 2013 statt, dem bisherigen Standort der Gemeinde Lünen-Süd (wir berichteten).
Die Gemeinde wird geleitet von Evangelist Stephan Wiese, der schon von 1998 an Vorsteher der Gemeinde Lünen-Nord war. Bezirksapostel Stefan Pöschel leitete die Gemeinde Lünen-Mitte von 2001 bis 2006 als Vorsteher und zwischendurch für ein Jahr auch die Gemeinde Lünen-Gahmen.
Das Bild einer Gemeinde
Der Predigt in der vorpfingstlichen Zeit lag ein Bibelwort zugrunde, das sich auf eine Begebenheit bezog, die sich zwischen der Himmelfahrt Christi und dem Pfingstgeschehen zugetragen hatte: „Und als sie hineinkamen, stiegen sie hinauf in das Obergemach des Hauses, wo sie sich aufzuhalten pflegten: Petrus, Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon der Zelot und Judas, der Sohn des Jakobus. Diese alle hielten einmütig fest am Gebet samt den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern (Apostelgeschichte 1,13.14).“
Die Obergemach-Gemeinde
Es habe sich eine Gemeinde zusammengefunden, – nicht zufällig, sondern auf Geheiß des Gottessohnes – die im Gebet auf die Sendung des Trösters wartete, den er ihnen verheißen hatte. „Das war nicht die verzagte und angstvolle Gruppe, wie sie sich nach Karfreitag versammelt hatte“, beschrieb der Bezirksapostel die Stimmung im Obergemach. „Es war eine erwartungsfrohe Gemeinde, die sich vorbereitete auf das, was kommen würde.“
Hier hätten keine Diskussion über die weltlichen Dinge um sie herum stattgefunden, nein, ihr Gespräch sei über die Worte Jesu gegangen, die er ihnen zuvor gesagt hatte.
Was ist Gemeinde?
„Ist Gemeinde zweimal Gottesdienst je Woche? Ist Gemeinde eine Postadresse mit Briefkasten? Ist Gemeinde organisiertes Christentum?“ Mit diesen Fragen richtete er sich nicht nur an Jubiläumsgemeinde. „Uns allen gilt diese Frage, die nach Wesen von Gemeinde fragt.“
Mit dem Hinweis auf das Bild, mit dem Apostel Paulus Gemeinde, Kirche als Leib Christi beschreibt, lieferte der Bezirksapostel auch Antworten auf die gestellten Fragen: „Gemeinde ist eine geistliche Gemeinschaft und nicht ein soziales Miteinander.“
Die Gemeinde – eine Sehnsuchtsgemeinschaft
Das Wesen einer neuapostolischen Gemeinde zeige sich in der unverrückbaren Erwartung der Wiederkunft Christi. Das sei die „DNA“ der Gemeinde. „Wir warten heute wie damals im Obergemach auf die kraftvolle Offenbarung des Heiligen Geistes und die Wiederkunft Christi“.
Zwei Diakoninnen für Lünen
Quasi als Geschenk zum Jubiläum ordinierte der Bezirksapostel mit Petra Planinic und Daniela Surkamp zwei Diakoninnen für die Gemeinde. Diakoninnen würden nicht ordiniert, weil es zurzeit en Vogue sei und dem Gedanken nachkomme: Auch unsere Gemeinde müsste jetzt mal eine Diakonin haben, stellte der Bezirksapostel klar. „Es ist der Ruf Gottes, der die Initiative zu dieser Amtshandlung gegeben hat.“ Mit herzlichen Segenswünschen vertraute er der Gemeinde die beiden neuen Diakoninnen an.
14. Juni 2025
Text:
Günter Lohsträter
Fotos:
Günter Lohsträter
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